Vernissage 14. November 2025, 17.00 Uhr mit Klavierimprovisationen von Stefan Michels
Öffnungszeiten der Ausstellung Dienstag, Freitag, Samstag 14.00–17.00 ausgenommen: Freitag, 28.11.2025 und Freitag, 12.12.2025
Ich bin während den Öffnungszeiten anwesend und freue mich auf Ihren Besuch.
Zarte Verbindungen
Fäden, die nicht reissen – auch wenn das Sichtbare vergeht
Es sind oft die leisesten Dinge, die am stärksten in uns nachhallen. Ein bestimmter Geruch, das Muster eines gehäkelten Deckelis, die vergilbte Seite eines alten Buches – kleine, fast unscheinbare Spuren, die Erinnerungen wachrufen und uns mit jenen verbinden, die nicht mehr sichtbar unter uns weilen.
Diese Ausstellung ist eine persönliche Hommage an meine Mutter. Sie erzählt von Nähe, die bleibt – in Dingen, Gesten, Formen und Materialien. Zwischen Collage und Acryl entstehen Bildräume, in denen sich Alltagsgegenstände in poetische Zeichen verwandeln: Sie öffnen imaginäre Schatztruhen des Erinnerns.
Verwoben mit Häkelarbeiten meiner Mutter, alten Buchseiten und Drahtobjekten entstehen stille, vielschichtige Kompositionen, die das Vergängliche würdigen und zugleich eine bleibende Verbindung feiern. Die Arbeiten sprechen von einer zarten Präsenz – einer Seele, die sich vielleicht im Licht zwischen den Dingen, im Flirren der Luft oder im leisen Rascheln von Papier zeigt.
«Zarte Verbindungen» lädt ein, innezuhalten, zu schauen, zu spüren – und sich dem eigenen Erinnern anzuvertrauen. Denn manches trägt uns weiter, auch wenn es längst vergangen scheint.
Im Rahmen der 750-Jahrfeier wurde die Bevölkerung von Dinhard eingeladen, die Rücklehnen der roten Bänkli kreativ zu gestalten – als bleibende Erinnerung an dieses besondere Ereignis. Beim feierlichen Eröffnungsapéro am Freitag in der Sporthalle wurden die insgesamt 20 Kunstwerke erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – und mit herzlichem Applaus gewürdigt.
Mein persönlicher Beitrag Ich freue mich, mit acht individuell gestalteten Rückenlehnen Teil dieses Projekts zu sein. Inzwischen sind sie beim Gurisee installiert und laden zum Verweilen, Staunen und Nachdenken ein.
Kommen Sie vorbei Lassen Sie sich überraschen und geniessen Sie den Moment in diesem idyllischen Fleckchen Erde – wo Kunst, Natur und Geschichte auf besondere Weise miteinander verschmelzen.
Backstage-Galerie während der Winterthurer Musikfestwochen – ein kreativer Perspektivenwechsel
Wenn sich die Stadt in eine Festivalbühne verwandelt und mein Atelier plötzlich im Schatten der Steibi-Bühne liegt, stellt sich die Frage: Rückzug oder die Chance packen?
Ich habe mich für Letzteres entschieden – und mein kleines Atelier bei Mymake an der Ecke Metzggasse/Steinberggasse kurzerhand in eine „Backstage-Galerie“ verwandelt. Der Zugang ist zwar etwas versteckt, aber dafür liegt die Galerie mitten im pulsierenden Geschehen der Musikfestwochen.
Inspiriert von der Festivalstimmung habe ich Werke aus meinem Archiv hervorgeholt, die musikalische Ikonen wie Bob Marley, Jimi Hendrix und Nina Simone zeigen – ergänzt durch Porträts von Schweizer Musikerinnen und Musikern. Die Galerie ist zwar klein, aber voller Energie. Kunst und Musik begegnen sich hier auf ganz besondere Weise.
Während draussen die Bässe vibrieren, arbeite ich drinnen an neuen Bildern – und freue mich über jeden Besuch. Wer vorbeikommt, darf sich nicht nur visuell inspirieren lassen, sondern auch über einen kleinen Musikfestwochen-Rabatt freuen.
Ich lade euch herzlich ein, vorbeizuschauen – sei es für einen kurzen Blick, ein Gespräch oder einfach zum Eintauchen in die Atmosphäre.
Völlig unerwartet habe ich die Chance erhalten, bei Marianne Keel in Untermiete ein Atelier mitten im pulsierenden Herzen der Stadt Winterthur zu eröffnen. Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung.
Zur Zeit ist die Fassade des Hauses noch fest eingepackt in ein Baugerüst, doch Ende Mai wird das gesamte Gebäude an der Ecke Metzggasse/Steinberggasse in neuem Glanz erstrahlen. Ich werde voraussichtlich jeweils am Dienstag- und Freitag-Vormittag in Winterthur arbeiten, möchte mich aber nicht definitiv festlegen. Es lohnt sich also sicher, vor einem Besuch kurz Bescheid zu geben.
Im Moment durchlebe ich gerade ein Revial der Kohle. Die Möglichkeiten, die sich mit diesem einfachen Ur-Zeichenmaterial ergeben, sind unerschöpflich. Ich spiele aus Herzenslust damit herum, ergänze mit Collage-Elementen und Acryl und finde immer wieder Neues, das mich fasziniert und inspiriert.
Den Jahresauftakt legte die Einzelausstellung im Restaurant Riemühli in Dinhard, die über das ganze Jahr zu sehen war.
Eine Tour de Suisse mit Startpunkt Aarau: Ausstellung Mischwald in der Galerie 6, ermöglicht von der Künstlerinnenvereinigung SGBK Sektion Zürich. Next Stop Bern mit einer Einzelausstellung in den altehrwürdigen Räumen von gutenberg@art, gefolgt von der schwindelerregenden Ausstellung Highlights im 33. Stockwerk des höchsten Gebäudes von Zürich, dem Prime Tower. Anschliessend ein Abstecher in die Zentralschweiz mit der Ausstellung in der Galerie R6, Steinen SZ.
Der Verein KunstOrt Winterthur hat sich dank viel Engagement und Herzblut innert kürzester Zeit zu einem ernst zu nehmenden Part in der Winterthurer Kulturszene gemausert, was mich als Co-Präsidentin natürlich ganz besonders freut. Highlights: Kunstmobil in einem Bauwagen im Oberen Graben und natürlich der Atelierrundgang Winterthur
Als Dessert folgte schliesslich die Ausstellung Wandel ist Stärke in der Villa Meier-Severini in Zollikon.
Danke allen, die mich bei meinen Unternehmungen unterstützt haben.
Nun liegt das grosse Fest schon volle vier Jahre zurück. Ein Fest, das Dinhard während drei Jahren in Beschlag nahm und die Bevölkerungszahl mit 6000 Turnerinnen und Turnern sowie Zuschauern vervielfachte. Lang ist’s her und doch ist es, wenn ich in den Erinnerungen krame und schwelge, doch plötzlich wieder sehr nah.
RTF18-Trailer produziert von Mario Castelli
Die Vorbereitung
Die Vorbereitungen des Festes starteten bereits drei Jahre vor der Durchführung mit dem Landabtausch und der Fruchtfolgeplanung. Als Verantwortliche für Auftritt und Medien war ich stets mitten drin, es gab kaum ein Verschnaufen und war ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis.
Meine Aufgaben sind vielfältig und spannend: An unzähligen Sitzungen werden Ideen präsentiert, diskutiert, angepasst und umgesetzt. Ich arbeite eng mit Susanne Monsch zusammen, wir ergänzen uns perfekt. Wichtige externe Partner und Ansprechspartner sind für mich die ZKB und das Fahnencenter Weinfelden.
Schon sehr bald brauchen wir Briefpapier (mit dem Logo von Marius Meng), Visitenkarten und Autoaufkleber und vieles mehr – natürlich muss auch eine Webssite her (heute nicht mehr online). Teilnahme an der Gwärbi in Dinhard und ein Stand an der WOGA in Winterthur sind ein Muss. Auch das TV-Velo muss für das Fest präpariert werden, damit es bereits am der RMS Wülflingen Werbung für das RTF18 machen kann. Ein Fotoshooting für die Merchandising Artikel wird durchgeführt.
Unzählige Printprodukte von Plakaten, Blachen über Beachflags, Parkschilder, Werbefahnen, Übersichtspläne und Beschriftungen in und an den Zelten und schliesslich natürlich die Gestaltung des Festtors gehören zu meinen Herausforderungen. Die Sponsoring-Abteilung braucht ein umfangreiches Sponsoring-Konzept, und damit die Siegerinnen und Sieger auch gebührend geehrt werden können, werden Auszeichnungen in verschiedenen Ausführungen in Auftrag gegeben.
Eine besondere Herausforderung sind die Festführer für beide Festwochenenden (Einzelturnen und Vereinsturnen) mit Übersichtsplänen und seitenweise Zeitplänen – und schliesslich natürlich die Festzeitung mit einer Unmenge von Inseraten, die in 80’000 Exemplaren dem Landboten beigelegt wird. Nun kann auch die Pressekonferenz stattfinden.
Das Festtor
Als Höhepunkt der Aussenwerbung wird das Festtor aufgebaut und mit prominenten Gästen gebührend eingeweiht.
Aufbau des Festtors
Der Aufbau
Aufbau der Festanlage im Zeitraffer
Zwei Wochen vor dem Fest kann der Aufbau der Zelte in Angriff genommen werden, nun wird das Ausmass der Veranstaltung konkret. Noch immer werden Helferinnen und Helfer mit Hochdruck gesucht – und schliesslich tatsächlich in genügender Anzahl gefunden.
Dinhard im Festtaumel
Mit Extrazügen werden Turnerinnen und Turner nach Dinhard geführt und in strömen in Scharen auf das Festgelände. Nun wird sich zeigen, ob alles klappt. Die Gastgeber sind bereit.
Während dem Fest bin ich dann zusammen mit Hansjürg Sommer als fliegende Fotografin unterwegs und versuche, irgendwie den Überblick zu behalten und möglichst viele Schnappschüsse einzufangen.
Dank einer perfekten Organisation, unzähligen Helferstunden und durchwegs strahlendem Wetter wird das Fest zum Erfolg auf der ganzen Linie.
Nach dem Fest
Nach dem Ende der Wettkämpfe ist aber noch lange nicht Schluss. Alles muss wieder abgebaut, abgerechnet und aufgeräumt werden – bis zum grossen Helferfest.
Wir gönnen uns drei Tage, um den Alltag hinter uns zu lassen und abzutauchen in eine Welt der Farben und Formen.
Mit viel Frische und Lockerheit starten wir unseren Workshop und setzen dabei spielerisch und schwungvoll die Gesetze der Farbenlehre im Bild um. Ausgehend von den Grundfarben mischen wir uns durch reine Farbklänge, zarte Pastelltöne bis hin zu gedämpften Grau- und Braunnuancen. Expressive Linien kommen ergänzend oder überlagernd dazu. Dabei kann sich ein Motiv herausschälen – muss aber nicht.
Mit starken Akzenten, feinen Farbabstufungen oder scharfen Kontrasten verfolgen wir unseren Weg mal zaghaft und zögernd, mal mutig und entschieden. Wir beobachten, was entsteht, reagieren und entscheiden immer wieder neu. Wir pendeln zwischen Strategie, Intuition und Umsetzung.
In der Gruppe diskutieren wir die entstehenden Werke und überlegen uns: Wie bringe ich Spannung ins Bild? Wie lenke ich den Blick des Betrachters? Wie finde ich zum nächsten Schritt? Muss ich Altes loslassen, um Neues zu finden? Wann ist mein Bild fertig?
Der Workshop ist für alle geeignet, die bereit sind, sich auf Neues einzulassen. Vorkenntnisse sind keine erforderlich, aber auch Fortgeschrittene werden auf ihre Kosten kommen. Ich begleite jeden Teilnehmenden individuell auf seinem persönlichen Weg.
Die Workshops sind in sich abgeschlossene Einheiten, doch können selbstverständlich auch mehrere Workshops besucht werden. Wünsche von euch Teilnehmenden nehme ich gerne in die Kursgestaltung auf.
In den letzten Tagen haben einige meiner Bilder eine erschreckende Aktualität erhalten, die mir sehr nahe geht.
Ein freies, hoffnungsvolles Land gerät in die Klauen der Macht.
Gefangen in einem Netz der Gewalt, das immer enger wird.
Unsägliche Gewalt und Zerstörung hinterlässt tiefe Spuren von Verwundung und sinnlosem Leiden und Tod, die Menschen sprachlos und zutiefst verzweifelt.
Frauen und Kindern bleibt nur die Flucht in eine ungewisse Zukunft, hinter sich eine zerstörte Heimat, Verwandte und Freunde.
Und gerade darum heisst es zusammenzustehen und gemeinsam Stärke zu zeigen. Dazu ein Gruss von Bob Marley (1980 in München): Get Up, Stand Up
Mit Bier vom St. Laurentius, Softgetränke und Snacks Erlös fliesst zu 100 % in die Ukraine-Hilfe
Sachspenden werden folgende benötigt:
Decken, Wolldecken, Schlafsäcke warme Kleidung und Jacken für Kinder und Erwachsene haltbare Lebensmittel (Konserven) Verbandsmaterial Erste-Hilfe-Sets Taschenlampen geladenen Powerbanks
Den Alltag hinter sich zu lassen und beim Malen abzutauchen ist eine intensive Erfahrung, diese mit anderen zu teilen etwas Wertvolles. Der erste Workshop im Pulverturm war ein besonderes Erlebnis für vier motivierte Teilnehmerinnen – und natürlich für mich selber.
Der Pulverturm: klein, aber fein – auf jeden Fall inspirierend
Mit viel Frische und Lockerheit starten wir unseren Workshop und setzen dabei spielerisch und schwungvoll die Gesetze der Farbenlehre im Bild um.
Ausgehend von den drei Grundfarben mischen wir uns durch reine Farbklänge, zarte Pastelltöne bis hin zu gedämpften Grau- und Braunnuancen. Expressive Linien kommen ergänzend oder überlagernd dazu.
drei Farben – alles ist möglich
Farbenlehre praktisch umgesetzt
einzigartiger Arbeitsort
Mit starken Akzenten, feinen Farbabstufungen oder scharfen Kontrasten verfolgen wir unseren Weg mal zaghaft und zögernd, mal mutig und entschieden. Dabei kann sich ein Motiv herausschälen – muss aber nicht.
Wir beobachten, was entsteht, reagieren und entscheiden immer wieder neu. Dabei pendeln wir zwischen Strategie, Intuition und Umsetzung.
unterwegs in verschiedenen Farbsystemen
In der Gruppe diskutieren wir die entstehenden Werke und überlegen uns, wie wir weiterfahren, was verstärkt werden soll, was in den Hintergrund treten muss und wovon wir uns besser trennen.
Ist die Arbeit ins Stocken geraten, helfen wir einander weiter und verfolgen anschliessend den Weg mit neuem Elan weiter.
Beeindruckende Ergebnisse entstehen:
Das muss gefeiert werden!
Der lauschige Schattenplatz hinter dem Haus lädt zum Geniessen ein.
Ein Gemälde ist niemals fertig, es hält nur an interessanten Stellen inne.
Ein Bild entwickelt sich – und nimmt manchmal erstaunliche Wendungen. Lust auf eigene Entdeckungsreisen? Besuche einen Workshop und wir machen uns gemeinsam auf den Weg.
Du weisst nur, wohin du gehst, wenn du erfahren hast, woher du kommst.
Das Projekt
1997 waren wir nach Dinhard gezogen und erfuhren, dass an der Stelle, wo unsere Überbauung errichtet wurde, eine gewaltige Lagerscheune für Kartoffeln gestanden hatte. Offenbar eine Fehlkonstruktion, denn damit verbunden war eine penetrante Geruchsemission von faulenden Kartoffeln, die ihresgleichen suchte.
Wir waren jedenfalls mit offenen Armen im Dorf herzlich willkommen geheissen, lebten uns in Kürze ein und fühlten uns schon bald mit dem Dorf verbunden, nicht zuletzt dank der Teilnahme am Vereinsleben. Wir lernten bald, dass es Dinert und keinesfalls Dienert hiess. Unsere beiden Töchter durften in dieser «heilen Welt» aufwachsen und waren beide überzeugt, niemals von hier wegzuziehen…
So war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, als ich davon erfuhr, dass eine Chronik geschrieben werden sollte. Einen Beitrag dazu beizusteuern hiess für mich, noch mehr über das Dorf, über seine Geschichten und die Menschen, die es prägten, zu erfahren – Insiderwissen sozusagen ?
Der Gemeinderat, vertreten durch Ruedi Walther, hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Dorfchronik zu erstellen. Als ich als Gestalterin dazustiess, war die Autorengruppe schon mitten im Thema vertieft. Viele Vorarbeiten, Recherchen etc. waren schon gemacht und eine grobe Vorstellung von Umfang und Gliederung war bereits vorhanden.
Mit Werner Schmid, dem langjährigen Gemeindeschreiber, hatten wir einen erfahrenen Projektleiter. Insbesondere die Gemeindeorganisation, -strukturen und Ortsentwicklung waren bei ihm gut aufgehoben. Er verfügte über ein enormes Wissen über das Dorf – vom Schneeräumen mit Pferden über nächtliche Gemeinderatssitzungen bis zu einer geplanten Betonfabrik.
Werner Edelmann betreute als Unternehmer das Kapitel Gewerbe und brachte interessante Geschichten zu Papier, angefangen von der Ziegelei, der Obstverwertung über Getreidemühlen, Kiesabbau und Transportunternehmen bis hin zu Gärtnereien und diversen Kleinbetrieben – ein erstaunlich vielfältiges Angebot in diesem kleinen Dorf.
Gabriela Gnoinski konnte als Sekundarlehrerin im wahrsten Sinn des Wortes aus der Schule plaudern und widmete sich auch dem Kapitel zur Dorfgeschichte, das sie in die Tiefen von verstaubten Kellern und Archiven führte. Ihre wichtigsten Beutestücke: der Backenzahn eines Mammuts und eine reich verzierte Urne aus einem Grab bei der Riedmühle, aber auch unzählige Hufeisen aus dem 18. Jahrhundert, als das Weinland Kriegsschauplatz war und sich hier Franzosen, Österreicher und Russen gegenüberstanden. Daneben nahm sich Gabriela Gnoinski auch der Geschichte der Bibliothek an und spürte Ceporinus, dem Kirchenpatron, nach.
Sigrid Gratz ihrerseits stürzte sich auf das Thema Dorfleben und führte viele spannende Interviews mit Dorforiginalen und setzte sich mit dem lebhaften Vereinsleben des Dorfes auseinander. Ausserdem beschäftigte sie sich mit der Ortsentwicklung, welche durch den Bau der Eisenbahnlinie Winterthur-Etzwilen-Singen und die Eröffnung einer Poststelle geprägt waren.
Heiko Hammann widmete sich als ehemaliger Lehrer an der Landwirtschaftlichen Schule den Themen Landwirtschaft und Genossenschaften. Dass noch Mitte des letzten Jahrhunderts ein Pflug mit Pferden gang und gäbe war und das ganze Tal mit einem Netz Drainagerohren für die Entwässerung durchzogen ist, wissen wahrscheinlich nur die wenigsten. Als fleissiger Kirchgänger übernahm Heiko Hammann auch gerne das Kapitel zur Kirche.
Hanspeter Bärlocher betreute als begeisterter Amateurfotograf das umfangreiche Fotoarchiv und digitalisierte Tausende von Fotos. Ein Grossteil stammte aus seiner eigenen Sammlung und er war auch immer zur Stelle, wenn ich eine spezielle Aufnahme benötigte. Es ergab sich eine enge Zusammenarbeit. Leider ist Hanspeter Bärlocher kurz nach Erscheinen der Chronik seinem Krebsleiden erlegen.
Gedanken zum Layout
Gefragt war ein gut lesbares, reich bebildertes Werk, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt, ohne Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit. Ein frisches, modernes Layout bot sich an.
Die Kapitel-Seiten gestaltete ich jeweils mit einem formatfüllenden Bild und einer grosszügigen Titelzeile, die über den Falz auf die rechte Seite hinüber reicht. Jedes Kapitel hat eine seine eigene Farbe, die sich im Titel und Fussbereich sowie in als Abtönung in den Schwarzweiss-Fotos wiederfindet.
Den unteren Bereich reservierte ich für Bildlegenden, um den Text zu beruhigen. Die Titel sowie der untere Teil des Einbands stehen in einem warmen Weinrot – auch als Hinweis auf das Weinland gedacht.
Den Zeitplan einzuhalten war für mich bei so vielen Autoren eine echte Herausforderung, denn ich selber stand ja wie immer am Ende des Prozesses und musste Zeit für die Einarbeitung der Korrekturen aus diversen Überarbeitungen und die Aufbereitung für den Druck einrechnen.
Doch es klappte schliesslich und wir freuen uns noch heute über das gelungene Gemeinschaftswerk, das wir nach insgesamt drei Jahren intensiver Arbeit in den Händen halten durften. Hier sehen Sie es in seiner vollen Grösse:
Dinhard ist nicht nur ein beliebtes Wandergebiet. Auch seine Vergangenheit birgt eine erstaunliche Menge an Schätzen, die es wert sind aufgespürt zu werden.
Diese Chronik ist das Ergebnis einer Entdeckungsreise durch verstaubte Archive und vergessene Fotoalben. Sie wird ergänzt durch Erinnerungen, die bei Gesprächen wieder auflebten, und eine Vielzahl aktueller Bilder.
Ein Bild für die neue Bibliothek Projektzeitraum: 17. April bis 10. Juli 2009
Der Umbau des Gemeindehauses 2007/2008 war auch ein einschneidender Zeitpunkt für die Bibliothek. Das Feuerwehrdepot war in den neu erstellten Werkhof verlegt worden und der dadurch gewonnene Raum für die Bibliothek vorgesehen. Während der Bauzeit wurde im Landi-Gebäude (Quellenhofstiftung) ein Provisorium eingerichtet. Die neuen Räumlichkeiten konnten im August 2008 bezogen werden und boten viel Raum für neue Ideen und Projekte.
Die Idee
Bald kam der Wunsch auf, die kühle Architektur zu beleben. Dagmar Sommer, Bibliothekspräsidentin und Primarlehrerin, fasste als Schülerprojekt ein Bild für den neuen Raum ins Auge und fragte mich an, ob ich bereit sei, dies mit der 5. Klasse von Margrit Uhlmann (heute erwachsene Frauen und Männer) zu realisieren. Als Zeitraum war Mitte April bis zu den Sommerferien 2009 gesetzt. Das Gemeinschaftswerk sollte das naheliegende Thema «Buch» im weitesten Sinn aufnehmen.
Gerne nahm ich die Herausforderung an. Gabriela Gnoinski erklärte sich bereit, mich im didaktischen Bereich zu unterstützen. Hans Frischknecht (Schulhausabwart) und Erwin Peter (Erwin Peter Holzbau) halfen im handwerklichen Bereich.
Als erstes überlegte ich mir das Format. Für mich war sofort klar, dass es als Band die ganze Breite der Betonbrüstung über der Büchertheke überspannen sollte. Dies auch aus einem praktischen Grund: So war es möglich, dass die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig nebeneinander arbeiten konnten. Ausserdem würde der Betrachter eingeladen, den Blick von links nach rechts wandern zu lassen – das Bild zu «lesen». Spanplatten boten sich an, auch weil sie gut transportiert werden können.
Vorarbeiten
Die erste Herausforderung war, die Schüler ans Thema «Buch» heranzuführen. Als Einstieg forderte ich die Schüler auf, ein Buch nach ihren eigenen Wünschen zu wählen, zu gestalten – ihm Leben einzuhauchen. Sie sollten sich überlegen, welche Gefühle es bei ihnen auslöst, um anschliessend Geschichten und Stimmungen greifbar zu machen und Figuren auch haptisch aus dem Buch heraustreten lassen. Mit Wonne wurde getropft, geklekst, gespritzt, zerrissen, genagelt, geklebt, verschnürt, abgefackelt und verkohlt, was die Bücher hielten.
Die künstlerische Umsetzung
20 Schüler – 1000 Ideen! Gemeinsam entschieden, welche Teile in welcher Art an welcher Stelle auf das Bild kommen sollen. Um das Bild in seiner ganzen Breite bearbeiten zu können, wurde der Korridor vor dem Werkenraum zum Künstleratelier umfunktioniert. Hans Frischknecht, wie immer hilfsbereit und unbürokratisch, richtete uns einen Arbeitsplatz inklusive Beleuchtung ein und schützte Wände und Boden. Nun hatten wir freie Bahn für die Umsetzung.
Als das Bild im Groben angelegt war, folgte eine Probehängung mit kritischer Betrachtung und Diskussion und die gewünschte Verbesserungen wurden umgesetzt. Dabei wurden Details verfeinert, die Aussage nochmals vertieft. Um ad Bild als Ganzes zu betrachten und zu überarbeiten, arbeiteten wir in meinem Atelier in der Scheune von Franz Hofmann an der Welsikerstrasse 8 weiter.
Im August wurden anlässlich eines „Tages der offenen Tür“ die als Einstieg gestalteten Objekte in der Bibliothek ausgestellt und das Werk feierlich enthüllt.
Kafi Stopp – Das kleine feine Café im Herzen von Dinhard
Als Gesamtverantwortliche und Präsidentin des Vereins Dorfkafi Dinhard war es für mich wichtig, das Projekt überzeugend zu präsentieren. So stimmte ich vom Flyer über die Speisekarten und Inneneinrichtung bis zur Homepage alles aufeinander ab.
Der Traum
An einem Kaffee oder Cüpli nippen Mit einer Freundin plaudern Dazu etwas Feines knabbern In einer Zeitschrift blättern Die Seele baumeln lassen
Und dies alles im Herzen von Dinhard An einem lauschigen Plätzchen unter einem Sonnenschirm Beim ehemaligen Tennislokal Neben dem Gemeindehaus Am Puls des Geschehens
Die Idee geisterte schon lange in unseren Köpfen herum: Tagsüber ein gepflegtes Café mit selbstgebackenen Kuchen und Sandwiches zum Znüni im Angebot – ein Treffpunkt für die Dorfbevölkerung. Abends regelmässige kulturelle Veranstaltungen vor der Haustüre.
Uns schwebte ein Café «für Dorfbewohner, getragen von Dorfbewohnern» vor: Alle sind eingeladen mitzuhelfen, egal in welcher Form, ob einmalig, ab und zu oder regelmässig. Beim Verein Dorfkafi Dinhard laufen die Fäden zusammen. Der Verein arbeitet nicht gewinnbringend. Wenn etwas übrig bleibt, wird dies unter den Helfenden verteilt für ein Helferfest verwendet oder/und wohltätigen Organisationen gespendet.
Geschichte
1974 wurde in der Scheune der Familie Hofmann an der Welsikerstrasse 8 ein Clublokal für den Tennisclub Dinhard eingerichtet, der hier zwei Tennisplätze unterhalten konnte.
2009 lief der Baurechtsvertrag für das Land aus. Die Gemeinde kaufte das Tennisplatz-Grundstück und der Verein löste sich auf.
2011 – 2014 konnte der Verein «Dorfkafi Dinhard» zusammen mit freiwilligen Helferinnen und Helfern das Lokal für das «Kafi Stopp» benutzen und hier hauseigene Leckereien und kulturelle Anlässe im kleinen Rahmen anbieten.
Realisierung
Dank grosszügigen Sponsoren, zahlreichen Gönnern und spontanen Helferinnen und Helfern aus dem Dorf konnte der Traum Wirklichkeit werden. Das Echo auf unser Gemeinschaftsprojekt war erstaunlich. Schön, den Dorfgeist zu spüren. Das war für uns die beste Motivation, am Ball zu bleiben und die Sache voranzutreiben.
Die Gartenpflege konnte unter professioneller Leitung angegangen werden. So haben sich das Vorgärtchen und der Grillplatz zu lauschigen, einladenden Sitzplätzen gemausert. Die in angenehmen Farben gestrichenen Räume präsentieren sich gemütlich und stilvoll. Auch die Küche erhielt einen neuen Anstrich und wurde herausgeputzt. Die Toiletten wurden renoviert und frisch gestrichen.
So konnte das Lokal am 21. Mai 2011 feierlich eröffnet werden.
Artikel im Landbote:
Ein Lokal mit Ambiente
Der einladende Gastraum mit Cheminée, aber auch die beiden Gartenbereiche – der eine vor dem Haus am Puls des Geschehens, der andere eher versteckt – sprechen Menschen der verschiedensten Altersklassen und Berufszweige an. Es lädt aber auch zum Blättern in einer Illustrierten – zum Beispiel bei einem Glas Prosecco mit Lavendelblütensirup – ein. Man trifft sich zum Znüni, auf ein Bier, ein Glas Wein, oder man gönnt sich – ganz nach Brunetti-Manier – eine kurze Auszeit bei Espresso mit Zeitung. Kinder nutzen fleissig die Spielecke, während sich ihre Mütter unterhalten.
Wir organisierten regelmässig unterschiedliche Events: Konzerte aller Stilrichtungen, Jass-Treffen und den beliebten Sprachen-Stopp.
Artikel im Landbote:
Die weitere Entwicklung
Ich verbrachte viel Zeit für die Schulung und Organisation der Helferinnen und Helfer, die stundenweise im Einsatz waren. Wir testeten verschiedene Öffnungszeiten und kamen schliesslich zum Schluss, das Café täglich am Vormittag zu öffnen. Im Winter hiess dies: Cheminée einheizen und beschlagene Scheiben.
Viel Energie und Herzblut steckten wir auch in die Anlässe. Hier testeten wir die unterschiedlichsten Angebote von Konzerten über Rätselnachmittage und Spieleabende bis hin zum Sprachenstopp, bei dem unter der Leitung von Moderatoren an vier Tischen vier verschiedene Sprachen gesprochen werden konnten – englisch, italienisch, spanisch und französisch. Zweimal pro Jahr führten wir ein Helferfest durch, um ihnen etwas zurückzugeben.
Anfänglich waren die Anlässe durchwegs gut besucht. Besucherinnen und Besucher waren überrascht vom Ambiente des Raums, Musiker schätzten den Raumklang. Doch mit der Zeit waren die Konzerte mehrheitlich Selbstzweck, einzig der Sprachenstopp blieb ein Reisser.
So standen wir im Herbst 2014 vor der Entscheidung, einen weiteren Winter zu meistern oder die Segel einzufahren. Wir kamen zum Schluss, dass sich die Situation so, wie sie sich entwickelt hatte, nicht mehr mit unseren Vorstellungen von einem kleinen feinen Café deckte. So entschlossen wir uns schweren Herzens, am 1. November 2014 nach 3 ½ Jahren unser Dorfkafi dichtzumachen.
Doch eines ist klar: Rückblickend war das ganze Projekt ein Erfolg und eine Bereicherung für das Dorfleben. Viele Freundschaften, die hier entstanden sind, bestehen auch weiterhin.
An dieser Stelle jedenfalls danke ich nochmals allen, die einen Beitrag zum Gelingen des Projekts Kafi Stopp geleistet haben, insbesondere den Vereinsmitgliedern, die mir durch Dick und Dünn die Stange gehalten haben: